Morgen entscheide ich

Wenn ich morgen aufwache und davon ausgehe 80 Jahren alt zu werden, bleiben mir noch 20.725 Tage Lebenszeit. Ich habe es mir einfach gemacht und ohne Schaltjahre gerechnet. Auf Basis dieser Rechnung hat ein 40 Jähriger noch 14.600 Tage zu Leben, eine 50 Jährige 10.950 Tage und so weiter. Ich finde, wenn wir Jahre in Tage umwandeln, wird viel bewusster wie kurz und kostbar unsere Lebenszeit ist.

Wir haben in einer Welt, die immer schneller wird und uns immer öfter in Situationen bringt, die uns fordern, zwei Möglichkeiten diese Zeit zu nutzen: erstens, die uns treiben zu lassen, die Verantwortung für unser Leben abzugeben und den Platz einzunehmen den man zuweist. Dann ist man an der eigenen Fettleibigkeit nicht selber, sondern die Genetik schuld. Dann ist der Grund warum man regelmäßig zu spät zur Arbeit erscheint der Verkehr oder die Kinder. Die Eltern haben den Bruder bevorzugt und deshalb tue ich mich im Umgang mit meine Kollegen schwer. Der Chef begrenzt grundsätzlich alle meine Innovationen, deshalb kann ich mich nicht frei entfalten und so weiter.

Wir stehen bei dieser Lebenshaltung völlig unbeteiligt am Spielfeldrand unseres Lebens und haben keinen Einfluss darauf was mit uns geschieht. Der Grund für diese doch recht verbreitete Lebenshaltung ist, dass die Alternative wesentlich anstrengender ist. Nämlich zweitens, Verantwortung zu übernehmen. Sich bewusst zu machen, nicht die Anderen und nicht die Lebensumstände bestimmen wie ich mich fühle und wie mein Leben verläuft, sondern ich.

Wie erfolgreich ich bei meiner Arbeit bin bestimme ich. Ist mein Chef cholerisch und unfair kann ich mich wehren oder den Job wechseln. Wir sind nie Sklaven der Umstände – wir können immer etwas tun. Das ist nicht einfach. Wir müssen uns oft dabei abseits der Norm bewegen und uns gegen den normierenden Druck unseres Umfeldes stellen. Wer diesen Druck nicht kennt oder nicht an Ihn glaubt, kann sich morgen ja mal eine pinke Strähne färben oder zur Begrüßung den Fuß und nicht die Hand geben. Die Begrenzungen die wir uns selber auferlegen zu erkennen und abzulegen, ist aber noch wesentlich schwerer.

Ich habe lange Zeit geglaubt nicht einparken zu können. Ich war der festen Überzeugung – ich kann das nicht. Allein diesen kleinen Glaubenssatz von mir über mich abzulegen hat viel Überwindung gekostet. Es ist einfacher normiert und unverantwortlich zu leben als sich alle Zeit der Welt für eine kleine Parklücke zu nehmen, während hinter einem die Autos hupen. Ich glaube aber, dass wir keine Zeit mehr haben uns unverantwortlich zu verhalten. Das Leben ist zu kurz für einen Job der uns unglücklich macht, für die falschen Freunde oder für den falschen Partner. Wir haben keine Zeit nicht die Verantwortung für uns zu übernehmen. Ich entscheide mich jeden Morgen wieder dafür in einer Welt zu leben in der was mit mir geschieht ich selbst bestimme.

Eva Klöcker

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Chris Decker

Triathlon Coach der 2-fachen Ironman Siegerin Astrid Stienen. Lässt mit Leidenschaft Triathlon-Träume wahr werden.

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