Auf der Suche nach…, ja was eigentlich?

Ramonas Blog der letzten Woche hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. Die Digitalisierung mit all ihren Möglichkeiten erlaubt rasanten Fortschritt. Ramona schrieb auch, dass mit dem Smartphone heute alles möglich ist um das Leben zu organisieren, verwalten, zu zeigen und mit jedem zu teilen. Dem stimme ich zu und möchte noch einen Schritt weitergehen. Ich kann mit dem Smartphone auch mein Geld verdienen. Ich halte Kontakt zu meinen Kunden, egal ob telefonisch, per Mail oder in den sozialen Medien. Ich kann neue Angebote gestalten, meine Homepage ändern und die sozialen Medien als Kampagne bedienen. Dieser Text und dessen Veröffentlichung ist so entstanden. Aber ist das gut?

Der Kontext zählt

Ich persönlich finde, dass das davon abhängt weswegen ich die Digitalisierung nutze. Die Digitalisierung – das Smartphone und dessen Möglichkeiten stehen nur stellvertretend dafür – ist für mich ein Mittel zum Zweck um die Arbeit und die Kontaktmöglichkeiten zu erleichtern und dann zu bedienen, wann es mir passt. Ich möchte schneller und effizienter arbeiten können mit allen Werkzeugen und Möglichkeiten, die die Digitalisierung mir bietet und zwar aus einem einzigen Grund:

Die gewonnen Zeit möchte ich für persönliche Kontakte nutzen. Mein Netzwerk pflegen, meine Kunden und Partner besser kennenlernen und meinen Gegenüber mit meiner Zeit und meiner Anwesenheit wertschätzen.

Wichtige Dinge werden auch in Zeiten der Digitalisierung immer noch persönlich besprochen. Egal wie lange der Weg ist. Ob das ökologisch sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt, aber hier geht es um ein Stück Evolution wie Ramona schreibt. Der Mensch ist einfach ein soziales Wesen.

Vertrauen bekomme ich nicht geschenkt

Wir Menschen sind in unserer Entwicklungsgeschichte schon immer auf Partner angewiesen und musste Gefahren abwenden. Wir haben zusammengearbeitet und dafür war und ist Vertrauen schon immer die Grundlage gewesen. Wir können blitzschnell einschätzen, wem wir vertrauen können und es bedarf einiger Arbeit um eine negative Einschätzung zu ändern.

Der Schlüssel zum Vertrauen sind aus meiner Sicht zwei Dinge:

  • persönlicher Kontakt um nicht nur Worte zu hören oder zu lesen, sondern um auch Gestik, Mimik und Körperhaltung zu interpretieren. Außerdem analysieren wir laufend die Tonlage, die Atmosphäre und die anderen sozialen Interaktionen unserer Gegenübers.
  • Verlässlichkeit der Informationen die wir in den Gesprächen erhalten haben, im Sinne von Konsequenzen. Ist das was mein Gesprächspartner mir sagt zuverlässig und passiert das was besprochen wurde? Wenn ja, egal ob die Konsequenzen für mich positiv oder negativ sind, dann ist mein Gesprächspartner verlässlich und das ist die Grundlage von Vertrauen.

Fällt Punkt 1 weg, dauert es länger bis Vertrauen aufgebaut werden kann. Fällt Punkt 2 weg, werde ich nie Vertrauen erhalten.

Halte ich es so, werde ich schneller zum Erfolg kommen und erfüllendere Beziehungen pflegen. Dabei habe ich bis heute zwei Menschen ganz besonders in Erinnerung, weil diese ohne vorherige persönliche Beziehung immer zu ihrem Wort standen.

Mein erster Chef bei einem Aushilfsjob, den ich als 16-jähriger hatte. Meine Einstellung erfolgte per Handschlag und jede Zusage wurde zu 100% eingehalten. Auch nachdem ich gekündigt hatte, versprach er mir ich könne jederzeit wieder kommen. Zwei Jahre später tat ich dies und er hielt Wort. Ich kann behaupten ich habe in diesem Job immer alles gegeben was ich hatte, weil ich das was ich bekommen habe auch zurückgeben wollte.

Der andere Mensch war mein 85-jähriger Vermieter. Auch dieses Geschäft erfolgte per Handschlag und während ich sein Eigentum immer behandelt habe als wäre es meines, hat er in das Haus investiert als würde er selber darin wohnen.

Es waren immer langjährige und für beide Seiten gute Beziehung, die darauf gründeten, dass einer der Partner mit seinem Vertrauen in Vorleistung gegangen ist. Es wurde von mir nie geschenkt, aber immer erwidert.

Vertrauen ist der Schlüssel im Arbeitsleben

So, wie mir dies in diesen beiden Situationen gegangen ist, so funktioniert Vertrauen. Es schafft langfristige Erfolge.

Ich möchte deswegen Ramona Fragen noch einmal verstärken und in Aussagen verwandeln:

  • Dort wo ich Vertrauen habe und Fehler machen darf um zu lernen, werde ich wachsen und jeden Tag noch bessere Leistung im Job bringen.
  • Dort ich meine Ideen und Meinungen frei äußern kann, werde ich die Qualität meiner Arbeit jeden Tag verbessern.
  • Dort wo mir Vertrauen geschenkt wird und ich Freiräume bekommen, werde ich kreativer sein.

Was bedeutet das für den Alltag?

Aus meiner Sicht, dass ich den Fokus auf persönliche Kontakt während der Arbeitszeit lege und Verlässlichkeit zu meinem wichtigsten Grundprinzip mache.

Wenn dann die Unternehmen noch die Freiheit geben alles was außerhalb der persönlichen Kontakte liegt völlig frei zu gestalten, dann kann ich die Digitalisierung nutzen um die Interessen aller noch besser zu nutzen. Grundlage dafür ist Vertrauen.

Und ja, Vertrauen kann auch ausgenutzt werden. Passiert dies muss ich konsequent und verlässlich in meinem Tun sein. Im Zweifel bedeutet dies auch Trennung. Denn wenn wir in den Spiegel schauen und ehrlich zu uns sind, wissen wir, dass es auch Menschen gibt die Vertrauen ausnutzen. Vertrauen beinhaltet aber auch – wie in den zwei Beispielen oben geschrieben – das es ein Nehmen und ein Geben ist.

Versucht mal mit eurem Vertrauen in Vorleistung zu gehen und euch an das Prinzip der Verlässlichkeit zu halten. Ihr werdet belohnt und beschenkt werden, wirtschaftlich und emotional erfolgreicher sein und glücklicher obendrein.

Take care and have a happy day

Chris

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Chris Decker

Triathlon Coach der 2-fachen Ironman Siegerin Astrid Stienen. Lässt mit Leidenschaft Triathlon-Träume wahr werden.

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