Wie ist das mit dem Vertrauen und der Sicherheit im digitalen Zeitalter?

Jetzt schreiben wir das Jahr 2018. Die Entwicklung von Technik und Möglichkeiten hat sich in den letzten 50 Jahren unfassbar beschleunigt. Wenn wir bedenken, dass 1967 der erste Farbfernseher in Deutschland eingeführt wurde, sind wir heute – gute 50 Jahre später – in der Lage mit einem kleinen (oder manchmal auch größeren) tragbaren Telefon (das erste fest installierte Telefon in Deutschland ist übrigens sogar schon 125 Jahre alt) unser gesamtes Leben zu organisieren, zu verwalten, zu zeigen und mit jedem zu teilen. Wir können mit dem Ding alles: einkaufen, schreiben, Musik hören, fernsehen, unsere sportlichen Ziele verfolgen, Fotos und Videos machen und tatsächlich können wir, wenn wir das möchten, auch damit telefonieren. Das Ding kennt uns gut, wenn nicht sogar sehr gut. Ich denke es kennt uns sogar so gut, dass es Informationen über uns hat, die wir nur sehr ungern einer breiten Maße mitteilen möchten.

Wo ist sie hin die feine reale Realität?

Aber was genau ist denn da eigentlich passiert? Richtig, wir haben solch ein Grund- oder Urvertrauen in ein kleines Stück Technik entwickelt, dass wir unsere innersten Sehnsüchte und größten Ängste mit diesem teilen. Verrückt oder? Oder doch nicht? Hm…schwer zu beantworten.

Für mich zeichnet sich in dieser ganzen Technologie-verrückten Welt aber ein Trend ab. Oder sogar mehr noch als ein Trend. Ich sehe es eher als Wende, Umkehr, Veränderung.

War es lange Zeit unser aller sehnlichster Wunsch autark, unabhängig, „independent and free“ zu sein, und auf der Spontan-Welle mit schwimmen zu können, so scheint das vorbei. Mir kommt es vor, als hätten wir, ausgelöst durch ebenjenen ungeahnten Freiheitshype, plötzlich etwas doch nicht ganz so Unbedeutendes wie unser Grundbedürfnis nach Nähe, Vertrauen und Sicherheit in und durch andere Personen wiedergefunden, und wieder entdeckt wie bedeutend das doch ist.

Bestimmt von der Evolution?

Der Mensch ist schon evolutionär in seinem Kern ein soziales Wesen und möchte dazugehören, einer, seiner Peer-Group angehören. Der Mensch ist ein Wesen, das durch Unterstützung anderer besser wird, sich entwickelt und zu neuen Dingen befähigt wird. Ein Wesen das Trost, Vertrauen und Zuversicht findet, indem es sich mit anderen verbindet. Das zu Bestleistungen fähig ist, jeden Tag über sich hinaus wächst, wenn man ihm das zutraut.

Unser menschliches Verhalten und Denken kann auf zwei Weisen beeinflusst werden: entweder man schafft es das Gegenüber zu manipulieren, oder man schafft es das Gegenüber zu inspirieren – jeder der das jetzt liest kann frei entscheiden, zu welcher Handlung er oder sie sich entscheiden mag. Fakt ist: merkt mein Gegenüber, dass ich es manipuliere ist die Sache mit dem Vertrauen wohl vorbei; aus und vorbei…für immer. Schaffe ich es jedoch mein Gegenüber anzuregen und ihm Denkanstöße zu geben, dann vermittele ich ehrliches und wahrhaftiges Interesse. Dabei müssen Denkanstöße und Inspiration nicht zwingend aus etwas Positivem entstehen. Denn auch konstruktiv geäußerte Kritik ist tausendmal ehrlicher und vor allem vertrauensschaffender, als der minimalste Versuch zu hintergehen, zu betrügen, zu manipulieren.

Fehler erlauben ist die Basis von Vertrauen

In einer Welt in der Entwicklung rast, ist es für mich oberstes Gebot einen Anker zu haben, der mir Ruhe und Kraft gibt. Auf den ich vertrauen kann und bei dem es sich nicht nur sicher anfühlt, sondern der auch Sicherheit bedeutet. In einem Unternehmen sind das grundlegende Bedingungen die vorhanden sein müssen:

  • Kann ich dort „Fehler“ machen und habe die Möglichkeit daran und daraus zu lernen und zu wachsen? Oder wird mir dann gleich der Kopf abgerissen?
  • Darf ich meine Ideen und Meinungen frei äußern ohne die Angst zu haben, dass darauf eine negative Konsequenz folgt?
  • Traut man mir Dinge zu, so dass meine eigene Kreativität angeregt wird?

If you can impact hearts and minds you will change culture

Ideen, Anregungen, Innovationen all das entsteht nicht von Montag bis Freitag zwischen 08:00 – 17:00 Uhr. Gute Einfälle haben kein Zeitgefühl, keine Taktung und halten sich nicht an freie Slots im Terminkalender.  Liebe Unternehmen, Ihr wollt wilde und wunderbare DenkerInnen? Dann gebt ihnen wonach sie fragen, haltet Eure Versprechen ein und vor allem schenkt Euer Vertrauen. Lasst sie arbeiten und denken wann, wo und wie sie wollen und Ihr könnt sicher sein, Ihr werdet belohnt und beschenkt werden!

Take care and have a happy day

Ramona

3 Antworten auf „Wie ist das mit dem Vertrauen und der Sicherheit im digitalen Zeitalter?

    1. Das ist gut, denn je mehr Menschen drüber nachdenken, je mehr Menschen werden feststellen, dass ich über „hearts and minds“ mehr erreiche, als auf jedem anderen Weg. Gutes tun und auf seine Mitmenschen achten, macht erfolgreich. In jeder Hinsicht.

      Gefällt 1 Person

  1. Danke für die Sonntagslektüre! Bei der Nachbetrachtung lese ich noch einmal den Titel „Wie ist das mit dem Vertrauen und der Sicherheit im digitalen Zeitalter?“ Gute Frage! Im Artikel werden die Begriffe „Manipulation“ und „Inspiration“ gestreift – sie führen für mich persönlich zu Ansätzen einer Antwort.

    Zweifellos kennen wir solche Manipulanten persönlich. Oder zumindest ordnen wir gewisse Menschen dieser Kategorie zu. Und wie wahr: Wer diesen Ruf einmal auf sich vereint hat, wird ihn in der Regel nicht mehr los. Das sollte sich auch das digitale Zeitalter bzw. die hinter ihm stehenden treibenden Menschen gut merken: Vertrauen kann man nur einmal verspielen! Manipulation ist Vertrauensbruch.

    Und Sicherheit? Wie definiert sich eigentlich Sicherheit für ein einzelnes Individuum? Schutz vor Bösem, vor Gefahren, vor Unrecht? Schutz der Freiheit, der Unversehrtheit, der Bürgerrechte?

    Oder ist Sicherheit vielmehr ein übergeordnetes tragendes Gefühl, welches uns Menschen eine positive Entwicklung erlaubt? Dann sollten wir lernen, dass andere Menschen unser Gefühl für Sicherheit stärken müssen und wir wiederum bereit sein müssen, anderen Menschen Sicherheit zu vermitteln.

    Genau so sehe ich den Kontext zum Titel: Handle so, dass Du Vertrauen als Basis jeder positiven Entwicklung verstehst und vermittle dem Umfeld die Sicherheit, welche Du Dir selber wünschst. Daraus resultieren Chancen – und nur wer eine Chance bekommt, kann seine Fähigkeiten unter Beweis stellen, Inspirationen entfalten und durch sein Verhalten die Gesellschaft zu Veränderungen motivieren. Veränderungen, welche dringend notwendig sind.

    In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine positive und erfolgreiche neue Woche. Packt jede Chance!

    Liken

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