Was eine emotionale Bindung an ein Unternehmen ausmacht und wie ich sie stärken kann

Der Februar steht für uns unter dem Motto „Engagement im Job“. Auf das Thema gekommen sind wir durch die Gallup Statistik, die einen jährlichen
Engagement-Index veröffentlicht. Dieser Index gibt Informationen darüber, wie viele Personen denn ihren Job wirklich mit Herz und Verstand machen. Oder
anders gesagt, also aktiv dabei sind und nicht nur den so gern zitierten „Dienst nach Vorschrift“ machen.

Ein für mich absolut erschreckendes Ergebnis für 2016: von 100 Personen sind gerade mal 15 Personen mit Herz und Verstand dabei, also andersrum 85!!! Personen sind einfach da und machen – ja, was eigentlich? Was machen diese 85 Menschen?

Im besten Fall machen sie jeden Tag einen guten Job und erfüllen ihre Aufgaben. Aber was ist mit denen unter den 85 Menschen die eben nicht ihren Job
machen, die im schlimmsten Falle gegen den Job arbeiten, miese Stimmung verbreiten, Gift sähen und damit dem Unternehmen schaden?

Und viel schlimmer noch, sie schaden ja nicht nur dem Unternehmen. In erster Linie schaden sie sich selbst.

Kennt ihr sie auch?

Diese Dauernörgler, ständig-Meckerer, diejenigen die immer den Blues haben? Oder diejenigen Menschen die nach dem Motto leben: „the
grass ist always greener on the other side“? Also ich kenne sie, und ziemlich gut sogar würde ich sagen. Denn ich glaube, auch ich bin zeitweise in einer
Station meines Lebens so gewesen.
Es dürfte so ungefähr 8 Jahre her sein, als ich mich in dieser Situation befand. Ich hatte einen guten Job mit tollen Kollegen (von denen ich heute noch
einige zu meinen besten Freunden zähle). Die Bezahlung war gut, ich konnte mir all das kaufen was ich wollte und hatte keinerlei Nöte.

Hört sich gut an, oder?

Finde ich auch, aber da war dieses kleine innere nagende Gefühl in mir, das mich unzufrieden gemacht hat. Und mit und mit fand ich alles zunehmender blöd,
schlecht, unfair, langweilig. Irgendwann habe ich mich dabei ertappt, wie ich nicht mehr nur den oben genannten „Dienst nach Vorschrift“ gemacht habe. Ich
habe mich dabei ertappt, wie ich ständig genörgelt habe, wie ich angefangen habe auch Gift zu sähen und schlecht über andere zu sprechen, über Abläufe,
über Aufgaben.

Ich bin für mich verantwortlich

Das war im Nachgang betrachtet der Punkt, an dem ich wach geworden bin. An dem ich realisiert habe, dass nicht alle anderen und die äußeren Umstände die
Schuld tragen, sondern ganz alleine nur ICH für mich verantwortlich bin. Ich habe realisiert, dass ich einfach nicht mehr glücklich bin mit dem was ich tue. Dass
es mich nicht mehr fordert, nicht mehr weiterbringt. Und vor allen Dingen: dass ICH etwas ändern muss, denn mir war und ist heute immer noch klar: nie möchte
ich einen Job machen, für den ich nicht brenne. Ich möchte nicht gleichgültig jeden Tag in ein Büro fahren und kopflos dort meine Zeit absitzen.

Ich will verdammt nochmal NICHT die meiste Zeit meines Tages in einem Unternehmen verbringen, mit dem ich so weit vom Vorhandensein einer emotionalen
Bindung entfernt bin, wie die Menschen von der Möglichkeit auf dem Mars zu leben.

„Vergesst nicht Mensch zu sein!“

So eine Situation wie die in der ich mich befand beobachte ich heute immer öfters. Im Freundes- und Bekanntenkreis erzählen Menschen genau solche
Entwicklungen. Die Frage die ich mir heute auch vermehrt aus unternehmerischer Sicht stelle ist die, ob und wenn ja, was kann ich als Unternehmen dagegen tun, dass sich Mitarbeiter so verhalten? Kann ich da überhaupt präventiv etwas machen, wenn doch der Schlüssel zum Glück nicht im Unternehmen liegt, sondern in der Person selber?

Was fehlt den Menschen? Und viel wichtiger, selbst, wenn wir als Unternehmen wissen was ihnen fehlt, sind wir in der Lage das Defizit auszugleichen? Wie schaffen wir es, dass solch ein Defizit erst gar nicht entsteht? Wollen wir das Defizit ausgleichen?

Liegt es an unserer heutigen hypervernetzten Welt, durch die es für das einzelne Individuum oftmals schwer ist Orientierung, Halt und Sicherheit zu
finden? Weshalb kündigen Menschen innerlich aber nicht äußerlich, sondern fangen dann oftmals an, ihr Umfeld regelrecht zu vergiften?

Was kann das Unternehmen tun und was auch nicht?

Um eine unterstützende Rolle einzunehmen, glaube ich fest daran, dass Unternehmen sich folgendes zur Aufgabe machen müssen:

  1. Den Menschen in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen stellen.
  2. Den Menschen zwingend als Mensch sehen, mit all seinen Eigenarten, seinen Talenten, seinen positiven Eigenschaften und vor allem auch mit seinen Wünschen.
    Wir müssen aufhören uns in Mitarbeitergesprächen gegenseitig etwas vorzumachen und anfangen, qualitatives Feedback zu geben, das die emotionale Bindung erhöht.
  3. Unternehmen müssen den Fokus darauflegen, eine vernünftige Feedbackkultur aufzubauen

Mich motiviert es beispielsweise nicht im Geringsten, wenn ich folgendes Feedback bekomme: „So, und weil wir wissen, dass du ja ein Problem mit Aufgabe
X hast, werden wir ab sofort jede Woche zwei Stunden dafür reservieren, dass du lernst wie das richtig geht.“ Ja danke, keinen Bock drauf!

Da ist von vornherein schon klar, dass das dann der Hass-Tag der Woche wird. Sieht das Feedback jedoch so aus:“Ich habe im letzten Jahr gemerkt und
gesehen, dass dir Aufgabe Y große Freude macht, lass uns gemeinsam schauen, wie wir diese Freude und dein Talent weiter nutzen können“ werde ich wohl voller
guter Gefühle sein und neue Pläne schmieden wollen. Pläne für meine persönliche Zukunft, Pläne für die Zukunft mit und in meinem Unternehmen. Ich fühle mich
aufgehoben, wertgeschätzt und spüre, dass sich jemand damit beschäftigt, was mich glücklich macht.

Genau da will ich hin! Kommst du mit?

3 Antworten auf „Was eine emotionale Bindung an ein Unternehmen ausmacht und wie ich sie stärken kann

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