Bereit für das was kommt

Ich habe diese Tage, an denen ich nach Hause komme und irgendwie kotzt mich alles an. Am Morgen bin ich energiegeladen zur Arbeit gefahren. Voller Tatendrang und heiß darauf die Welt zu verändern. Schon beim Frühstück hatte ich eine richtig geniale Idee. Ich habe gebrannt für das was ich tue mit jeder meiner Faser.

Und dann im Laufe des Tages holt sie dich ein, diese Realität. Mit der Wucht eines Leberhakens aus dem Nirgendwo trifft sie dich, in Form von Feedback Anderer. Und dann sackst Du nieder. Es zieht Dir die Beine weg und Du merkst wie Du fällst. Nur ändern, ändern kannst Du es nicht. Der Boden kommt näher und Du weisst, der Aufschlag wird hart. Dumpf hörst Du es selber, als Du am Boden ankommst und Du weisst, deine Idee ist hier und jetzt gestorben.

Ja, ich habe solche Tage. Ja, diese Tage tun weh. Ja, heute ist einer dieser Tage. Ganz kurz habe ich ans hinschmeissen gedacht. Zu weh hat es getan.

Aber so bin ich nicht. Ich stehe wieder auf. Egal ob es früher war, als ich als Kampfsportler auf Weltniveau Sport betrieben habe oder beim Ironman auf Hawaii am Start war. Leicht war es nie. Und genau deshalb hat es so ein Glück geschenkt. So eine Befriedigung gegeben.

Unsere Mission – meine tiefste Überzeugung

Heute habe ich zusammen mit Ramona eine andere Mission. Sie findet in unserem Arbeitsleben statt und nicht im Sport. Trotzdem ist sie sportlich. Unsere Mission ist es für möglichst viele Menschen Arbeit zu einem Ort der Produktivität und Freude zu machen.

Ich glaube daran, dass man mit Freude an dem was man tut, die besten Ergebnisse erzielt und wir mit mehr Menschlichkeit am Arbeitsplatz nicht nur glücklicher sondern auch unternehmerisch erfolgreicher werden.

Ich verstehe nicht, warum der Mensch sich den Zahlen unterordnet. Ich glaube, dass wenn Unternehmen den Mensch Mensch sein lassen, die Zahlen letztlich das bestätigende Resultat dessen sind.

Versteht mich nicht falsch. Ich rede nicht von einer Spaßgesellschaft. Ich rede von harter Arbeit. Ich rede von Erfüllung. Ich rede von einem Sinn. Ich rede von Wertschätzung. Ich rede von einem Ort, der nach dem Ort wo meine Familie ist, der Platz ist wo ich mich am wohlsten fühle, weil ich etwas schaffe oder gar erschaffe. Ich als Mensch möchte gebraucht und geschätzt werden und dafür bin ich bereit sehr viel zu tun.

Deswegen stehe ich nach so einem Tag wie heute auch wieder auf. Ich klopfe den Staub ab, gehe eine Runde mit meiner Frau und unserem Hund ums Feld. Rede mir die Seele frei und besinne mich wieder auf das wofür ich stehe.

Ich bin bereit diesen Weg zu gehen

Morgen werde ich wieder von positiven Dingen erzählen. Ich werde Menschen begeistern und davon berichten wie ich Ziele erreicht habe. Ich werde Menschen ermutigen Dinge zu tun, die sie für unmöglich halten. Ich werde sie unterstützen und dankbar Unterstützung annehmen wenn man sie mir anbietet.

Von jetzt an, werde ich auch in diesem Blog darüber schreiben, denn ich möchte meine Erlebnisse und meine Ideen teilen. Ich möchte laut arbeiten. Das Konzept des „working out loud“ aufgreifen und mit euch zusammen Kultur verändern. Euch auffordern #2ChangeCulture. Mit euch zusammen, Arbeit zu einem Ort der Produktivität und Freude machen.

Ich weiß ich habe viele Mitstreiter. Meine Frau, meine Mitbloggerin Ramona, viele meiner Kollegen, Menschen die auf unserem Blog Gastbeiträge schreiben und unsere Idee mit ihrer Kraft und ihrem Engagement erweitern. Ich bin dankbar dafür und freue mich darauf zu erleben was passiert.

Ich weiß, ich werde noch oft zu Boden gehen. Aber ich werde immer einmal mehr aufstehen, denn ich bin bereit für #2ChangeCulture.

Ihr auch?

Take care and have a happy day

Chris

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Chris Decker

Triathlon Coach der 2-fachen Ironman Siegerin Astrid Stienen. Lässt mit Leidenschaft Triathlon-Träume wahr werden.

2 Antworten auf „Bereit für das was kommt

  1. Eine schöne Einführung, die Nacherzählung der Empfindungen beim Zurückdenken an einen Knockout! Beschrieben von einem, der das Gefühl wohl kennt – gelesen von einem, der ebenfalls gelernt hat: Wer austeilt, der muss auch einstecken können! Auf der Matte im Ring kannst Du Dir die Gegner nicht aussuchen. Entweder Du bist Futter oder Fressender – so einfach ist das in der Regel. Und genau an diesem Punkt merkt man im Alltag regelmässig sehr schnell, wer diese Gefühle eines Kämpfers oder einer Kämpferin kennt! Wie viel wird doch da geplaudert und nachgeplappert, geblufft und gehadert. Von Soldaten, nicht von Kriegern!

    Aber genau da könnte ein Teil unseres Auftrags liegen: Aus Soldaten zuerst Krieger und dann aus den Kriegern echte Ritter machen. Der Soldat gehorcht und denkt dabei zu wenig (ausser an seine persönlichen Vorteile). Der Krieger leckt Blut, er weiss sich zu wehren und denkt dabei oft nur schwarz / weiss. Der Ritter ist edel. Er denkt, wägt ab, er sucht Lösungen – nicht nur nach Verlierern. In der Arbeitswelt braucht es noch viel mehr Ritter auf beiden Seiten: Erwachsene Menschen, welche sich mit offenem Visier begegnen. Das bedeutet nicht, sich gegenseitig mit Wattebäuschchen den Kopf blutig zu schlagen. Nein, das heisst, sich auf gleicher Augenhöhe gemeinsam für formulierte Ziele einzusetzen. Arbeitgebende und Arbeitnehmende sollen sich verhalten wie faire Kämpfer (eben, Ritter): Grösse zeigen! Und stets daran denken: Man sieht sich oft zweimal im Leben. Nicht nur im Ring…

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    1. Hallo Herr Wüthrich,

      ich freue mich sehr, dass Sie den Blog gelesen haben und noch mehr über Ihren sehr schönen Vergleich.
      Gerade das „offene Visier“ finde ich sehr wichtig. Denn in dieser Redewendung geht es um etwas partnerschaftliches. Offenheit und Vertrauen. Das erste Mal tauchte die Redewendung übrigens meines Wissens nach hier auf: „Wir, meine Freunde, (…) wollen (…) von unsern Freunden und Feinden und von jedem lernen, der Gründe gibt und mit offnem Visier redet“ (Johann Gottfried Herder: Briefe zur Beförderung der Humanität, 8/105)

      Es geht darum von jedem zu lernen, der bereit ist sein Visier zu öffnen. Und ja, lernen kann auch manchmal ein schmerzvoller Prozess sein. Solange jedoch beide Seiten die gleichen Werte haben entsteht daraus etwas Wundervolles.

      Übrigens, die Zeiten in denen ich auf der Matte stand habe ich in sehr guter Erinnerung. Sie hat mich gegenüber fremden Kulturen geöffnet, mich Menschen jeder Coleur kennenlernen lassen, Demut gelehrt und gleichzeitig viel Respekt für jeden der sich traut sein Visier zu öffnen und sportlich zu schauen, wer der bessere ist. Man hat jedes Mal gelernt und ich habe dort immer Fairness erlebt. Einen Wert, den ich sehr hoch halte. So war es immer schön sich ein zweites Mal zu treffen…

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